Suizid ist niemals eine Lösung. Niemals! Im Mai 2010 wurde mir alles zuviel. Meine Mutter war sehr krank und ich wusste, sie würde sterben. (+5.02.2012) Ich habe den Gedanken nicht ausgehalten. Ich wollte das nicht miterleben. Ich konnte nicht mehr. Ich war am Ende. Das ewige hungern und übergeben hielt ich nicht mehr aus. Ich dachte, es würde mir besser gehen wenn ich endlich nicht mehr hier sein müsste. Ich wollte sterben und einige haben es ganz sicher gemerkt. Viele haben im Nachhinein gesagt das sie etwas gemerkt haben. Das ich anders war. Das ich "nicht anwesend" war.

Ich hielt das alles nicht mehr aus und nahm eine Überdosis Tabletten. Ich überlebte, obwohl ich das nicht hätte überleben dürfen. Ich rief meine Lehrerin an und erzählte ihr was geschehen war. Irgendwie schaffte ich es Tage später in die Schule, sie begleitete mich zu meinem Psychologen und am 10.05.2010 fuhr mein Freund mich morgens in die Klinik.

Ich hatte wahnsinnige Angst. Aber ich bin so froh, dass ich meine Lehrerinnen hatte, die mich besuchten, mich dazu brachten in die Klinik zu gehen. Ich würde heute wohl nicht mehr leben, wenn ich sie nicht gehabt hätte. Ich hätte mir gewünscht, dass jemand etwas gesagt, etwas getan hätte, bevor das passierte.

Ich war zu dem Zeitpunkt unfähig irgendjemanden um Hilfe zu bitten. Ich war unfähig zu denken, zu fühlen,zu reden. In mir war nur Schmerz und Angst und Trauer.

Ich bin so unendlich froh das ich das alles überlebt habe. Heute denke ich mit Schrecken an diese Zeit zurück. Ich wollte sterben und das ist für mich heute so unendlich schrecklich. Damals war das für mich der letzte Ausweg und ich konnte mir keine Hilfe mehr suchen. Wenn ich merken würde, dass irgendjemand den ich kenne, sich seltsam verhält, über den Tod spricht, andeutet das eigene Leben beenden zu wollen usw. Ich würde alles versuchen, damit diese Person in eine Klinik geht. Wirklich alles.

Man muss zwischen den Zeilen lesen. Alles was gesagt wird wichtig nehmen und nicht denken, dass man sich das nur einredet und das nichts passieren wird.

Manchmal sind Menschen unfähig sich Hilfe zu holen, auch wenn sie sich nichts mehr wünschen als jemanden, bei dem sie sich sicher und geborgen fühlen und einfach nicht mehr denken müssen.

In der psychosomatischen Klinik in Herford stellte man 2010 folgende Diagnosen:

 

  • -F 33.2   = schwere Depression
  • -F 50.2  =  Bulimia Nervosa
  • -F 60.31 = Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ
  • -F 43.2   = Depressive Anpassungsstörung
  • -F 50.0   = Anorexia Nervosa

 

In der Klinik ging es mir zum ersten Mal seit langem wieder "gut". Zwar ist die Klinik nicht geeignet, um Menschen mit Essstörungn zu helfen, jedoch hat es mir für kurze Zeit geholfen, endlich einmal nicht mehr alles kontrollieren zu müssen, endlich einmal die Verantwortung anderen geben zu können. Es war unheimlich erleichternd, endlich einfach mal nicht denken zu müssen.

Mein Bett in der Klinik und unser Tisch den wir irgendwie nie sauber halten konnten... ;)

Und nein, es gibt keine Gummizellen und man ist in seinem Zimmer nicht eingesperrt. Jedoch haben Suizidgefährdete Patienten keinen Ausgang alleine. Es gibt einen Raucherraum und einen Garten in dem man sich allerdings immer aufhalten kann.

Bei meiner Ankunft in der Klinik litt ich unter schweren Depressionen und starken Suizidgedanken.


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